Übung 05: Sich berühren lassen

Nehme achtsam und bewusst wahr, wenn Dein Partner Dich berührt.

Erläuterung:

Beobachte dabei:

Was fühlst Du?
Was nimmst Du wahr?
Was ist hier?
Welche Stimmung ist hier?
Was ist anders?

Werte nicht, sondern nimm nur das wahr, was da ist.

Hintergrund

Letzte Woche war die Übung mit einer aktiven Handlung von Dir verbunden. Jetzt bist Du in der reinen beobachtenden Position.
Aber hier gilt auch das Gleiche: Durch den Alltag vergessen wir, den Moment und die einzelne Handlung zu schätzen. Diese Übung bringt Dich dazu, jede einzelne Berührung durch Deine Partnerin bewusst zu erfassen und wahrzunehmen.
Dadurch kann Dir auch bewusster werden, wie viel oder wie wenig Du berührt wirst. Solltest Du feststellen, dass es mehr sein könnte, erhöhe Deine Berührungen, wie in letzter Woche beschrieben und beobachte, was passiert.

Achtung vor in einer der „Fallen“:
Wenn Du die Berührungen Deiner Partnerin wahrnimmst, versuche nicht zu deuten und zu werten. Suche weder nach einer Erklärung noch nach einem Grund für die Art der Berührung. Eine kurze flüchtige Berührung heißt nicht immer automatisch, dass Deine Partnerin sauer auf Dich ist. Wir haben zu schnell den Drang, eine Beobachtung zu erklären und zusätzlich diese Erklärung mit uns in Verbindung zu bringen. Eine Erklärung täuscht uns Sicherheit vor. Aber woher weißt Du, dass es so stimmt? (vgl. meinen Podcast: Vermuten oder Wissen in der Partner.)

Wenn Du beobachtest, um eine Erklärung zu finden oder um eine Vermutung zu bestätigen, dann verwandelt sich das schnell in Kontrolle. Das heißt, Deine Partnerin bekommt das Gefühl, dass Du sie kontrollieren möchtest. Das wirkt erdrückend und engt den anderen ein.
Um das zu verhindern, gibt es paar Fragen, die Du Dir stellen kannst:

  • Möchtest Du, dass sich Deine Partnerin immer genau so oder so verhalten soll?
  • Hast Du eine Vorstellung, wie Deine Partnerin sein soll?
  • Hast Du eine Erwartung oder einen Wunsch?

Wenn Du das mit ja beantwortest, dann wird aus dem Beobachten kein achtsames Wahrnehmen, sondern es kann sich zur Kontrolle entwickeln.

Bleibe bei Dir: Was erzeugt die Berührung in Dir, wie fühlt es sich an?

Es gibt Momente, da will man lieber etwas Abstand. Das ist in auch in einer erfüllten Partnerschaft so. Du kannst es als Anlass nehmen, in Dich hinein zuschauen und zu erforschen, was mit Dir los ist.

Wenn die Berührungen Dir gut tut, nehme das angenehme Gefühl bewusst wahr. Wenn es angenehm ist, dann erwidere die Berührung: Signalisiere Deiner Partnerin: Ja, das tut mir gut!

 

Anmerkungen:
1) Ich rede immer von der Partnerin. Selbstverständlich meine ich damit auch den Partner. Sonst wird der Text sehr unleserlich. Vielen Dank für Dein Verständnis!
2) Diese Seite erreichst Du nur über den Email Kurs „Achtsamkeit in Deiner Partnerschaft 2.0“.