Übung 14: Reflexion über die Vergangenheit

Hast Du das Bergfest genießen können?

Der Rest der Woche fällt etwas aus dem Rahmen.
Das Konzept dieses gesamten Kurses sind ja kurze Übungen. Aber diese Woche ist mehr.
Es gibt zwei Versionen für diese Übung:
Version 1, wenn Du keine Zeit für Mehr hast.
Version 2, wenn Du Dir diese Woche etwas mehr Zeit für die Übung nehmen willst und kannst.
Ich verspreche Dir, Version 2 lohnt sich!

Übung 14, Version 1:

Suche Dir eine Übungen aus den ersten Wochen heraus, die Du durchgeführt hast und die Dir nicht so sehr gefallen hat.
Beginne heute mit der Wiederholung der Übung. Lese Dir auch die Erläuterung und die Hintergrundinformationen Deiner gewählten Übung aus.

Willst Du mehr? Dafür biete ich Dir eine Version 2 der Übung 14 als Alternative an. Nehme Dir dafür bitte etwas Zeit!

Übung 14, Version 2:
Umgang mit Gedanken aus der Vergangenheit

Erinnere Dich an einen Moment, in dem Du Dich mit Deiner Partnerin gestritten hast, oder in dem Du Dich über sie sehr stark aufgeregt hast.
Reflektiere über Deine Erfahrungen, die Du in diesem Moment gemacht hast:

Erläuterung:

Reflektiere in Gedanken, ohne Dir Notizen zu machen:

  • Was hat das Verhalten Deiner Partnerin in Dir ausgelöst?
  • Was war unangenehm für Dich in diesem Moment?
  • Was hat nicht so gut geklappt? Was hätte besser laufen sollen?
  • Was war gut in diesem Moment (auch wenn es noch so ein geringer Anteil ist)?

Lese die Hintergrundinformationen erst, wenn Du die Fragen oben beantwortet hast.

Hintergrund:

Warst Du bei der Beantwortung der Fragen immer im Hier und Jetzt?
Vielleicht kommt jetzt Deine Gegenfrage: Wie soll das gehen? Es sind doch Fragen nach der Vergangenheit!

Ja, es ist eine Frage nach der Vergangenheit. Aber: die Fragen in Erläuterung 14 sind auf die Analyse der Vergangenheit ausgerichtet.
Jedoch was meistens passiert, ist dies:

Die Gedankenwaschmaschine startet: Wir rufen nicht nur die Erinnerung auf, wir durchleben sie gedanklich nochmal. Das erzeugt die selben Emotionen, fast in der Stärke, als würde es wirklich nochmal passieren. Manchmal sogar entstehen noch schlimmere Emotionen, weil wir uns richtig hinein steigern. Wir phantasieren: was wäre passiert, wenn wir das so oder so anders gemacht hätten? Oder wir regen uns verstärkt über den „Fehler“ des anderen auf…

Denke jetzt nochmal zurück, stelle Dir nochmal die Fragen von oben (Erläuterung).
Wann bist Du in der Gedankenwaschmaschine und welche Emotionen fühlst Du?
Ziemlich schnell startet die Gedankenwaschmaschine, oder? Und die Emotionen sind ziemlich präsent! Oder? Zumindest geht es mir immer wieder so. Was mache ich dann? Was kannst Du machen?

  • Der erste und wichtigste Schritt ist es, dass Du Dir erst mal bewusst wirst, dass Du wieder in der Gedankenwaschmaschine bist!
    Egal wann es Dir auffällt, egal wie lange es gebraucht hat, bist Du es merkst: Urteile nicht darüber, weil es völlig normal ist, dass unsere Gedankenmaschine immer wieder mit dem Schleudergang starten will. Gratuliere Dir viel mehr, dass Du es realisiert hast!
  • Wenn Du es erkannt hast: Mache eine Achtsamkeitsübung für Dich um wieder in das Hier und Jetzt zu kommen.. Z.b. eine Atemübung:
    • Atme ein und beobachte , wie Du einatmest.
    • Atme aus und beobachte, wie Du ausatmest.
  • Versuche nun festzustellen, ob Du noch die Emotionen spürst: den Ärger, die Wut, die Trauer. Wenn ja, sage zu Dir: „OK, es war schlimm, ein Glück ist es vorbei. Jetzt bin ich hier!“
  • Sage Dir: „Die Emotionen waren damals. Jetzt schaue ich von heute auf das Ereignis zurück. Was kann ich jetzt aus der Erfahrung lernen? Wie kann mir die dabei gemachte Erfahrung in der Zukunft helfen?“

Erkennst Du den Unterschied? Du denkst zwar an die Vergangenheit, aber dies geschieht aus der Sicht von heute und vor allem mit dem Bewusstsein, dass Du aus der Sicht von heute auf die vergangene Situation blickst. Anders ist dies, wenn die Gedankenwaschmaschine wieder startet: dann durchlebst Du die Situation immer wieder vom Neuen und vergisst den aktuellen Moment.
Hinweis: Es geht hier nicht darum, die Emotionen zu verdrängen. Es geht darum, dass die Emotionen dich nicht mehr kontrollieren. Denn solange Du Dir Deinen Emotionen nicht voll und ganz bewusst bist, solange kontrollieren sie Dich und beeinflussen Deine Handlungen, oft ohne dass Du es merkst. Wenn Du Dir Deinen Emotionen bewusst wirst, gewinnst Du die Kontrolle wieder über Dich zurück.

 

Anmerkungen:
1) Ich rede immer von der Partnerin. Selbstverständlich meine ich damit auch den Partner. Sonst wird der Text sehr unleserlich. Vielen Dank für Dein Verständnis!
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