Übung 2: Wahrnehmen, was Du weniger magst

Nehme Deinen Partner ganz bewusst wahr, wenn er in Deiner Nähe ist. Beachte hier besonders die Dinge, die Du an Deinem Partner nicht so sehr magst.

Erläuterung 2:

Was magst Du an Deinem Partner nicht so sehr?
Notiere Dir jetzt auf einen Blatt Papier 3-4 Dinge, die Dir an Deinem Partner nicht so sehr gefallen. Am besten Du wählst Kleinigkeiten, die Dich nur „nerven, aber nicht gleich total auf die Palme bringt. (Bringt Dich Dein Partner manchmal auf die Palme? Dann schaue bei Gelegenheit mal hier nach.)
Nehme Dir vor, auf diese Kleinigkeiten genauer zu achten. Wenn sie auftreten, beobachte sie achtsam. Es bedeutet, dass Du sie dann möglichst lange bewusst beobachtest, OHNE dass Du über sie urteilst.
Es kann sehr schwer sein, da das Verurteilen normalerweise sehr schnell eintritt. Wenn du feststellst, dass Du schon geurteilt hast, dann ist das nicht außergewöhnlich, es isst eher völlig normal. Alleine dass Du registrierst, schon geurteilt zu haben, ist ein wichtiger Schritt! Wechsle nun wieder zurück zum achtsamen Beobachten. Beobachte das Verhalten, das Dich stört. Beobachte, es ganz genau. Ohne es zu werten.
Sollte dann schon wieder das Urteil kommen, dann wechsle wieder zurück zum Beobachten… usw.

Hintergrund 2:

Wir urteilen viel zu schnell. Und noch schlimmer: Wenn wir uns mal eine Meinung über ein Verhalten gebildet haben, reicht daraufhin eine kleine Beobachtung des Verhaltens, und schon ist das Urteil da. Wir bemühen uns gar nicht mehr, den genaueren Hintergrund zu erkennen, sondern sagen sofort: „Oh nein, jetzt ist er wieder sauer, weil ich mit drei großen Taschen viel später als geplant vom Shoppen wieder komme.“ Es geht so weit, dass wir für das Verhalten des Partners Dinge schließen, die gar nicht stimmen.
Es kann ja auch sein, dass er schlecht gelaunt ist, weil seine Fußballmannschaft kurz vor dem Abstieg steht. (Was Dir eigentlich völlig egal ist.)
Ok, das ist jetzt ein typisches Klischee, aber Du weißt, was gemeint ist: Vorurteile verfestigen sich sehr schnell zu Wahrheiten, die in Wirklichkeit keine sind.
Durch das achtsame Beobachten fällt Dir auf, wie schnell wir in der Regel urteilen. Es gibt Dir die Chance, die Hintergründe über das Verhalten Deines Partner zu erfahren.
Vorurteile aufzudecken ist das Eine. Das achtsame Beobachten kann einen weiteren Effekt haben:
Wenn Du es schaffst, das Verhalten, was Dich nervt, ohne Verurteilung wahrzunehmen, dann lässt Du es zunächst nicht an Dich heran kommen. Du bliebst erst mal ein neutraler Beobachter. Damit lässt Du Deine Emotionen außen vor. Das Verhalten Deines Partners macht Dich nicht betroffen. Du bleibst offen, neue Dinge zu beobachten und zu entdecken.
Als neutraler Beobachter wird Dir klar, dass das Genervt Sein nur etwas mit Dir zu tun hat. Es wird zwar von etwas außerhalb von Dir ausgelöst, aber die Reaktion steckt in Dir.
Wie fühlt es sich an, das in Distanz von „außen“ zu beobachten?
Es ist der erste Schritt, Deinen Partner anzunehmen, so wie er ist.

 Anmerkungen:
1) Ich rede immer von dem Partner. Selbstverständlich meine ich damit auch die Partnerin. Sonst wird der Text sehr unleserlich. Vielen Dank für Dein Verständnis!
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