Wie Glaubenssätze Deine Fähigkeit zu Lieben einschränken
Das ist der Artikel zum Podcast:

Die letzten beiden Podcasts behandelten 2 Übungen aus dem E-Training: Achtsamkeit in der Partnerschaft. Die Testwoche davon kannst Du über meine Webseite abonnieren.

Heute greife ich wieder ein Thema auf, was ich schon öfters angerissen habe: Glaubenssätze.

Glaubenssätze können so mächtig und einflussreich sein, daher ist mir das Thema so wichtig. Und das gemeine an Glaubenssätzen ist, dass man manchmal gar nicht weiß, dass man sie hat!

Weil das Thema so komplex ist, teile ich es in zwei Podcasts ein.
Im Teil 1 werde ich darstellen, was Glaubenssätze sind und anschließend ein eigenes Beispiel erzählen, was es nochmal Verständlicher macht.
Und ich nenne Wege, wie Du Glaubenssätze erkennen kannst.
So kannst Du bis zum Teil2 mit Deinen neue entdeckten Glaubensätzen arbeiten.

In Teil2 geht es dann um die spannende Frage: Wie löse ich Glaubenssätze auf!

Nun los:

Was ist ein Glaubenssatz?
Ein Glaubenssatz ist eine innere Überzeugung oder Meinung, die wir für absolut wahr halten. Diese Überzeugung gibt uns die Sicherheit, dass es so ist. „Das ist die Realität.“ „So ist es“ Dadurch müssen wir nicht alles hinterfragen und wir finden uns in der komplexen Welt auch schneller zurecht.

Glaubenssätze entstehen durch Erziehung oder Erlebnisse und können sehr fest in uns verankert sein. Die meisten Glaubenssätze passen zu uns und geben uns Sicherheit und Orientierung. Es gibt aber auch welche, die uns in unserem Leben einschränken und uns somit unsere Freiheit nehmen, uns voll zu entfalten.

Genug Theorie. Am besten versteht man es an einem Beispiel. Ich möchte einen persönlichen Glaubenssatz aus meinen Leben nehmen. Und zwar einer, der mich sehr engeschrönkt hat. Darum geht es ja eigentlich.
Als sich abzeichnete, dass meine Ehe auseinander bricht, glaubte ich, mit allen Mitteln die Ehe erhalten zu müssen. Ich war überzeugt, dass diese Ehe das beste für mich sei.
In einem Coachinggespräch wurde mir auf einmal bewusst, wie negativ in meiner Vergangenheit immer über Scheidung gesprochen wurde. In der Schule sprach man von Scheidungskindern, die deswegen schlechte Noten haben, Geschiedene, die sich nicht mehr im Leben zurecht gefunden haben. So prägte sich bei mir ein: Eine Scheidung ist gleich scheitern. Das schlummerte die ganze Zeit in mir. Bis mir das in jenem Coachinggespräch klar wurde. Ich erkannte einen Glaubenssatz von mir: „Scheidung heißt persönliches Versagen.“
Dieser Glaubenssatz führte dazu, dass ich mich an der alten Ehe fest geklammert, denn wenn ich mich scheiden lassen würde, wäre ich ja mein Leben lang ein Versager. Dass das nicht stimmt, brauche ich nicht zu unterstreichen.
Kaum war es mir bewusst, und kaum habe ich eingesehen, dass eine Scheidung auch ein sehr mutiger Schritt nach vorne sein kann, konnte ich mich in der Trennungsphase weiter entwickeln.

Schauen wir uns mal allgemeine typische Glaubenssätze an.

Ich bin nicht schön genug.
Ich kann nichts.
Die Frau hat am Herd zu stehen.
Ich bin zu dick.
Der Mann muss das Geld rein bringen.
Ich darf kein wilder Liebhaber sein.

Die sind Dir sicher bekannt, und relative leicht aufzudecken. Es gibt aber auch Beispiele, die sind schwerer zu entdecken:
Pünktlichkeit
lange im Büro bleiben heißt, fleißig zu sein.
Oder Prüfungsangst

Wie kannst Du einen Glaubenssatz nun an Dir erkennen?

Achte dazu auf Deine Gefühle im täglichen Leben. Ein starker Indikator ist strikte Abwehr oder Ablehnung.
Um bei meinem Beispiel zu bleiben:

Wenn bei mir in normalen Gespräche das Wort Scheidung mit meiner Ehekrise in Zusammenhang gebracht wurde: War mein erster Gedanke immer sofort: Kommt gar nicht in Frage. Ich habe dies nicht als mögliche Option gesehen. Es ging einfach nicht. In mir hat sich ein großer Widerstand gebildet. Und diese Gefühl des Widerstandes, kann ein Indikator des verdeckten Glaubenssatzes sein.

Ein weitere Indikator ist das Gefühl von Unsicherheit und Angst. Bekommst Du Angst über Deine Zukunft, wenn ein bestimmtes Thema fällt? Z.B. Prüfungen: Wenn Du daran denkst, die nächste Prüfung oder Karrierestufe nicht zu schaffen, kommen dann gleich so Gedanken wie: OhGott – Wie soll ich dann weiter leben können? Was denkt dann mein Partner? Usw.
Ein Glaubenssatz kann lauten: Ohne Abschluss bin ich nicht viel Wert.
Dieser Glaubenssatz kann auch dazu führen, dass Dein Partner ein Karrieretyp sein muss, was Dich ja ziemlich in den Möglichkeiten bei der Partnersuche einschränkt….

Probiere es mal aus. Beobachte Deine Gefühle bei den täglichen Gesprächen oder Gedanken. Was geht dann in Dir vor?
Nutze die kommende Woche, um neue Glaubenssätze auf zu denken.
Wenn Du Fragen oder Kommentare hast, melde Dich bei mir. Ich helfe Dir gerne weiter.

Das war der erste Teil der Podcasts Wie Glaubenssätze Deine Liebe einschränken. von beziehungstraining-online.de
Nächste Podcast schauen wir uns an, was Du machen kannst, wenn Du einen Glaubenssatz erkannt hast, der Dich einschränkt.

Ich freue mich, dass Du wieder dabei warst.
Bis zum nächsten Mal!
Dein Gangolf von beziehungstraining-online.de