Das ist der Artikel zum Podcast: Verlangen in der Partnerschaft Teil 2 Übung

In dem letzten Podcast ging es über das Verlangen in der Partnerschaft und zwar aus theoretischer Sicht.
Heute widmen wir uns ganz und gar dem Praktischen zu.
Das heißt: Wie kann man das üben?

Wir erinnern uns an David Schnarchs Feststellung:
„In einer Partnerschaft gibt es immer einen Verlangensschwächeren und einen Verlangensstärkeren.“

Für beide Seiten habe ich eine Trainingseinheit.
Fangen wir mit dem Verlangensstärkeren an.

Wie gehe ich als derjenige, der das stärkere Verlangen hat, damit um?

Diese Trainingseinheit kannst Du jederzeit quasi als Vorbereitung für Dich alleine üben. Du kannst sie auch beliebig oft wiederholen.
Als Vorbereitung für eine Situation mit Dir und Deinem Partner, in der Du das dann anwenden kannst.

OK, bevor es los geht, musst Du Dir einen Wecker besorgen, den Du so einstellen sollst, dass er nach 2 Minuten klingelt.
Dann entscheide dich für irgendetwas, was eine Art von Heißhunger bei Dir auslöst. Bei mir ist es sehr gut Kinderschokolade oder ein Nutellabrot (mit mehr Nutella als Brot).
Hier in der Vorführung entscheide mich für die Kinderschokolade. Plane mehr als nur ein Stück ein. Ich benötige mindestens 2 Riegel
Starte mit Deinem Wecker und stelle ihn so, dass er in 2 Minuten schellt.

Nun geht es los: Falls Du ihn noch nicht verspürst, erzeuge in Dir Deinen Heißhunger! Stürze Dich auf die Kinderschokolade! Ja, spüre das Verlangen. Du willst mehr, Du willst sie schnell. Noch während Du sie kaust, beißt Du wieder in den Riegel. Oft geht es schnell. Denn du hast eins zum Ziel: Die Erfüllung Deines Verlangens. Lass es laufen……
Bis der Wecker klingelt. Er erinnert Dich daran: Stopp mit dem Kauen, stopp mit dem hinuterschlingen.
Der Wecker ist die Achtsamkeitsglocke. In dem Moment, in dem der Wecker klingelt, halte inne und spüre das, was Du gerade in dem Mund hast. Vielleicht ist es ein großes Stück- vielleicht nur noch der zarte Film der geschmolzenen Schokolade.
Spüre das, was da ist . Fokussiere ganz aufmerksam das, was in Deinem Mund ist.
Kaue langsam und bewusst zu Ende und esse das zu Ende, was in Deinem Mund ist. Spüre, wie sich Dein Mund langsam leert.
Atme dazwischen aus. Du spürst, wie Dein Körper beim Verschlingen angespannt war. Entspanne und spüre Deine neue Entspannung.
Spüre die letzten Anregungen Deiner Geschmacksknopsen durch die Schokolade. Genieße.

Spürst Du den Unterschied?
Durch den achtsamen Eingriff in das Verschlingen, hast Du erst einmal mitbekommen, was Du in diesem Moment hast! Während dem Verschlingen sieht man nur was man noch will. Noch ein Riegel, noch ein Biss…..

Wenn Du achtsam Dein Verlangen führst, dann bekommst Du die Chance, das was Du hast selbst bewusst zu genießen.

Das lässt sich sehr schön auf das Verlangen in der Partnerschaft übertragen.

Wenn Ihr Euch näher kommt, und Du spürst das Verlangen, (meisten bei dem mit dem stärkerem Verlangen) . Das Verlangen nach mehr. Wenn ihr Euch in Kleidung umarmt, dann willst Du de nackte Haut des Partners spüren. Wenn Du die Hand auf der Haut hast, dann willst Du den ganzen Körper nackt spüren. Dann willst bestimmte Zonen spüren. Dann willst Du mehr und mehr und mehr… – was vielleicht von der anderen Seite nicht erwidert wird.
Nutze hier Deine Erfahrung mit der Übung.
Nehme jede Stufe in der Annäherung bewusst war und genieße sie!
Wenn Du die Haut des Partners spürst, entspanne Dich. Atme aus. Achte, wie Deine Fingerkuppen über die Haut gleiten. Beobachte, wie Dein Partner oder Deine Partnerin dies genießt.

Fokussiere dich auf das, was jetzt ist. Ja, vielleicht denk auch, dass ist vielleicht letzte Stufe, weiter geht es nicht.

Verlangensschwächere:
werde Dir bewusst, dass Du die Kontrolle hast.
Damit hast Du auch im gewissermaßen die Verantwortung, auch wenn das dem Verlangensschwächerem meistens nicht so lieb ist!
Du kannst vieles steuern.
Nutze diese Verantwortung!
Gib frühzeitig zu verstehen, wonach Dir in dem Moment ist. Sage es nicht erst, wenn Dein Parnter eventuell schon Hoffnung bekommen hat, dass heute mehr raus springt….
Du denkst: oh nein, ich kann ihn doch nicht abweisen. Dazu meine Antwort: Lieber vorzeitig und klar abgewiesen, als mit dem gesteigertem Gefühl des Verlangens , mit der Erwartung, dass jetzt was passiert – abgewiesen. Dass kann sogar verletzend wirken. Auch wenn Du das zunächst Dir gar nicht vorstellen kannst.

Ja – im Prinzip ist das die Aufgabe für den Verlangensschwächeren. Das ist kurz . Aber mindestens genauso schwierig.
Vielleicht fällt Dir das „nein“ sagen in diesem Falle jetzt etwas leichter, weil Du weißt, Du hast eh die Kontrolle, dann führe sie lieber so aus, dass es möglichst wenig „schaden“ auslöst.
….

Ich kenne eine häufige Reaktion von denen, die nur lesen und die Übung nicht machen:
sie sagen: wenn man mit so einer einfachen Handlung so ein großen Problem lösen kann, dann wäre das Leben ja einfach.
Aber mein Problem lässt sich nicht so einfach lösen!

Dazu meine Antwort:
Hier spricht Dein Saboteur, also der, der verhindert, dass Du neue Erfahrungen macht und der , der will, dass also so bleibt wie es ist.
Fange mal an, und Du wirst feststelle,n, dass es gar nicht so einfach ist!
Ob das Problem gorß ist, odedr klein, auch das ist immer eine relative Sache. Du entscheidest darüber!

Ich freue mich, dass Du wieder dabei warst. Im nächsten Podcast erzähle ich nochmal was zum Thema Dankbarkeit und zwar eine persönliche Erfahrung oder Feststellung von mir.

Bis zum nächsten Mal!
Dein Gangolf von beziehungstraining-online.de