Zusammenleben auf zwei Ebenen…in der Partnerschaft

Podcast zum Nachlesen.

Heute lautet das Thema: Zusammenleben auf zwei Ebenen…in der Partnerschaft.

Wie im letzten Podcast beziehe ich mich auf das 2. Axiom der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.

Wenn Du kommunizierst, dann enthält jede Deiner Nachrichten grundsätzlich zwei Ebenen gleichzeitig: eine Inhaltsebene (Sache, Inhalt) und eine Beziehungsebene.

Ich habe es im letzten Podcast ja schon genauer erläutert – und zwar im Bezug auf das berufliche Umfeld.

Diesmal betrachten wir dieses Axiom aus dem Blickwinkel der privaten Partnerschaft.

Ergänzt mit einer Empfehlung von Paar Experten John Gottman.

Schauen wir uns zunächst das Axiom aus der Sicht der privaten Partnerschaft an:

Was ist die Sach-, was die Beziehungsebene in einer Nachricht?

Die Beziehungsebene lässt sich leicht erkennen, wenn die Beziehung thematisiert wird:

  • Wenn ich meiner Partnerin sage: ich liebe dich.
  • Wenn ich sie wertschätze.

Etwas schwieriger wird es, wenn der Beziehungsaspekt in sachlichen Themen eingebettet ist. Und laut dem Axiom, enthält ja jede Nachricht einen Beziehungsaspekt.

Nehmen wir mal an, ihr plant Euren Urlaub. Da geht es um ein sachliches Thema: Wo geht es denn hin? Die Beziehungsebene ist latent versteckt, und zwar einmal kann man sie an der Betonung und der Art und Weise , WIE gesprochen wird erkennen.

Zusätzlich gibt es aber noch kleine Signalwörter oder Nebensätze, die man dem sachlichen Thema anhängen kann, die dann die entsprechende Information über die Beziehung enthalten. Das kann so passieren, dass wir das mit der Zeit gar nicht mehr bewusst wahrnehmen…. und dann wundern wir uns, warum wir bei bestimmten „sachlichen“ Themen immer streiten oder in die Luft gehen.

Drei Beispiele dieser „versteckten Beziehungsebene“ stelle ich hier vor. Hier beziehe ich mich auf eine Aussage des bekannten amerikanischen Paarpsychologen John Gottman.

Er nennt drei Dinge, die man in einer Diskussion seinem Partner/in niemals sagen sollte.

Beginnen wir mit den ersten beiden

  1. Du in Verbindung mit immer
  2. Du in Verbindung mit niemals

Gottman sagt: dies ist eine Verurteilung der Persönlichkeit des Partners. Hier findet eine Verallgemeinerung statt, damit entziehe ich meinem Partner die Persönlichkeit.

„Das schaffst DU nie!“ „Du versalzt das essen immer.“

Beispiel aus der Urlaubsplanung, der Klassiker, einer will in die Berge, der andere an den Strand:

„Du willst immer nur faul am Strand liegen!“

„Die Bergbesteigung würdest Du eh niemals überleben!“

„Du bist immer so ängstlich, mit Dir kann man nichts gescheitest unternehmen!“

„Du musst immer was unternehmen, mit Dir kann man sich nie erholen!“

Solche Aussagen kränken uns. Wir fühlen uns dadurch nicht als vollwertige Person akzeptiert.

Die Dritte Formulierung vor der uns John Gottman warnt, lautet:

3) Sich abwertend oder überheblich dem anderen gegenüber zu verhalten.

Eine Partnerschaft ist nur langfristig stabil, wenn man sich auf der gleichen Ebene begegnet.

Wie immer bei solchen Verhaltenstipps, leuchtet es schnell ein und sie sind leicht nach zu vollziehen. Warum ändern wir es dann nicht?

Wir sind so in unseren gewachsenen Verhaltens- und Denkstrukturen eingebunden. Wir merken es selbst nicht, dass uns genau das oben Beschriebene passiert.

Beziehungsweise reicht der berühmte Knopf, der ein anderen bei mir drücken kann aus: Der andere bringt mich auf die Palme!

Außerdem: Bei einem befreundeten Paar können wir es sofort erkennen, was passiert.

Bei uns selbst jedoch sind wir in unseren Emotionen schnell gefangen. Um das bei uns selbst zu ändern, müssen wir dieses Wissen Schritt für Schritt in unser Verhalten einbinden.

Daher lade ich Dich hier ein, wieder in 3 Schritten mit diesem Wissen über die Beziehungs- und Sachebene und auch über die Drei Dinge, von John Gottman zu arbeiten.

Die drei Schritte lauten:

  1. Erster Schritt: Sich bewusst machen.
    1. Was passiert auf welcher Ebene? Wann?
    2. Wann sagen wir zum anderen „immer“ ? Wann sagen wir „niemals“?
  2. Zweiter Schritt: Bewusst trennen und wechseln
    1. Trenne soweit es geht , dass, was Du an Informationen sagen willst, von dem, was Du fühlst.
  3. Dritter Schritt: Bewusst auf der Beziehungsebene agieren
    1. Spreche die Dinge, die Du fühlst, bewusst aus.

Diese Schritte könne wir schlecht in einem Podcast besprechen. Mit Schritt eins beginne ich jetzt, Schritt 2 und 3 kommen in Teil 2 dieses Podcastes.

Schritt 1) heißt:

Sich den Dingen bewusst werden. Dieser Schritt erfordert keine Veränderung deines Verhaltens. Du sollst Dich nur beobachten, das ist schon viel genug!!!!

Dazu kannst Du verschiedenen Techniken einsetzen:

  • Achte auf deine Gefühle, wenn du mit deinem Partner Dich unterhältst:
    • Sobald du merkst, wie sich innerlich etwas Wut, Ärger oder Angst aufbaut, spüre es! Mehr nicht. Sage Dir zu: oh, ich werde ärgerlich.
    • Mit diesem Bewusstsein verhalte dich weiter so, wo nach dir gerade ist.
  • Reflektiere jeden Abend: Wann habe ich mich in der Partnerschaft geärgert, was ist da passiert.

In beiden Dinge ist es wichtig, dass du nicht wertest und verurteilst. Es geht hier wirklich nur um das Beobachten. Damit machst Du Dir bewusst, was wann mit Dir passiert.

Das war Schritt eins! Ich beschriebe ihn genauer in meinem Übungsblatt, was Du auf meiner Webseite herunter laden kannst.

 

Und noch was: Vielleicht merkst Du, dass Du die berühmten Knöpfe hast, die Dich auf die Palme bringen. Knöpfe, oder ich nenne Sie auch Trigger: Wenn Dein Partner dich triggert, dann geht’s bei Dir gleich ab…. Da wird etwas ausgelöst und Dein gewohnter emotionaler Mechanismus startet unaufhaltsam!

Ich habe schon Klienten gehabt, die konnten diese Trigger genau beschreiben, aber Sie waren hilflos etwas dagegen zu machen.

Auf meiner Webseite habe ich dazu ein Verfahren beschrieben, welches den Trigger wesentlich minimiert, oder sogar ganz auflösen kann.

Das war der Podcast: Zusammenleben auf 2 Ebene in der privaten Partnerschaft TEIL 1

Meine Name ist Gangolf Neubach, und ich freue mich, wenn Du beim nächsten Podcast wieder dabei bist.