Übung 22: Hochs genießen und Tiefs überwinden

Wenn Du feststellst, dass es gerade nicht so gut läuft, achte auf Deine inneren Gefühle.
Nehme sie jedes Mal achtsam wahr, bevor Du reagierst.

Erläuterung:

Nicht immer ist alles bestens. Das ist auch OK so. Nehme die Situation an. Es ist in diesem Moment so. Versuche es nicht mit aller Macht zu verändern oder zu verdrängen. Nutze Deine Erfahrung mit Achtsamkeit den Moment genauer zu spüren, bevor Du aufgrund dessen reagierst und die Partnerin anschuldigst oder Dich in Gedanken noch mehr über sie aufregst.

Hintergrund:

Bei der Suche nach einer glücklichen Beziehung besteht eine weit verbreitete Erwartungshaltung, eine Beziehung muss immer glücklich sein. Viel Menschen sehnen sich nach beständigem Glück! “Wieso kann es nicht immer so sein?”

Doch das ist gar nicht möglich!

Stelle Dir vor, es ginge Dir in Deiner Beziehung immer sehr gut und Du bist immer auf dem höchsten Grad des Glücks. Irgendwann ist das der Normalzustand, welcher dann zur Gewohnheit wird. Anschließend wirst Du noch mehr wollen. In diesem Falle ist das dann noch mehr Glück….
Daher können wir doch von Glück reden, dass es auch mal schlechte Phasen gibt. Um so mehr können wir dann, wenn es uns oder der Beziehung wieder gut geht, diesen Zustand wieder richtig wertvoll schätzen. Dies gehört zu einer erfüllten und bewussten Beziehung:
Das Wissen, dass es Hochs und Tiefs gibt UND der Umgang damit.
Das heißt, genieße die guten Zeiten! Dazu musst Du sie erst Mal wahrnehmen! Nutze dazu achtsames Beobachten Deiner Gefühle, und Deiner Partnerin. (Übung 1 oder 3 haben diesen Fokus.)

Wie ist es mit den schlechten Zeiten?

Die gute Nachricht ist, dass sie in der Regel auch wieder vorbei gehen.
Die Herausforderung allerdings ist, die schlechten Zeiten so zu verbringen, dass Du nicht mehr Schaden anrichtest, was Deine Beziehung langfristig verletzen kann.
Du kennst es bestimmt: Manchmal ist man so schlecht drauf, dass man mal eine Formulierung fallen lassen kann, die gesalzen ist, die man aber später sehr bereut.
Nutze hierzu wiederum Deine Achtsamkeit, um Deine Gefühle zu spüren.
Spüre nach:

  • Wie geht es Dir in diesem Moment?
  • Was verspürst Du genau? Wut? Ärger? Zorn?
  • Wo kommt es her? Was hat das ausgelöst?
  • Was erzeugt es in Dir?

Das hat zwei Wirkungen:

  1. Deine Gedankenwaschmaschine wird angehalten, weil Du damit beschäftigt bist, Deine Gefühle zu spüren.
  2. Du lernst Deine Gefühle kennen. Achte genau darauf, dass die Gefühle in Dir sind. Und Du bist verantwortlich, mit diesen Gefühlen umzugehen.

In Übung 7 wurde folgendes schon mal thematisiert:

Wenn Du zwischen diesen zwei Dingen unterscheidest, kannst Du mit Deinen Gefühlen besser umgehen:

  1. Die Situation, die eventuell Deine Partnerin erzeugt hat und die Dich wütend macht.
  2. Deine Gedanken und Deine entsprechende Reaktion darauf.

Deine Reaktion auf die Situation hat immer nur etwas mit Dir zu tun.
Sei Dir bewusst, dass Du Dich jetzt über etwas ärgerst. Und da Du gerade in einem Tief bist, kann dieser Ärger eventuell stärker ausfallen, als Du es sonst möchtest.
Es geht nicht darum, das Gefühl zu verdrängen. Es geht hier nicht darum, das Verhalten Deines Partners hinzunehmen. Sondern hier steht im Vordergrund,  Dir bewusst zu machen, dass die starke Emotion in Dir steckt und etwas mit Dir zu tun hat. Durch diese Perspektive kannst Du dann sagen: OK, es ist gerade eine schlechte Phase, ich reagiere eventuell etwas übertrieben. Ich warte ab, beruhige mich etwas und überlege dann, wie ich handle.

Anmerkungen:
1) Ich rede immer von der Partnerin. Selbstverständlich meine ich damit auch den Partner. Sonst wird der Text sehr unleserlich. Vielen Dank für Dein Verständnis!
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