Wertschätzung in der Partnerschaft

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Der Podcast zum Nachlesen:

Im letzten Podcast habe ich die Wertschätzung im beruflichen Umfeld dargestellt. Hier thematisiere ich Wertschätzung im privaten Umfeld.
Was ist im Privaten anders?
Es gibt einen maßgeblichen Unterschied in der privaten Partnerschaft:
Wir sind intimer zueinander. Wir öffnen uns (meistens) in unserer privaten Beziehung wesentlich mehr. Das heißt auch: Wir sind somit verletzlicher. Denn wir zeigen vielmehr von unserem tiefen Inneren.
Das ist bei vielen Menschen auch mit Unsicherheit verbunden. Viele fragen sich: kann ich mich meinem Partner so sehr öffnen? Wie sehr darf ich mich öffnen?

Um die Frage zu beantworten, erinnern wir uns: Ich unterscheide zwischen Loben und Wertschätzen:

  • Wirkungsvolles Wertschätzung bezieht sich auf die Person mit ihrer Art und ihrem Wesen. Also, wie die Person ist. Hier geht es um das Sein.
  • Loben bezieht sich auf die Handlung. Also das, was der andere gemacht bzw. getan hat.

Schauen wir uns dazu Beispiele zum Loben wieder genauer an:

  • Du hast klasse gekocht!
  • Du bewegst Dich im Bett sehr erotisch!

Wenn das zu mir gesagt wird, bin ich nur ein guter Partner, wenn ich diese Handlungen gut durchführe.
Was passiert, wenn ich diese Handlung nicht mehr zufriedenstellend absolviere? Wenn mir das Essen anbrennt, bin ich dann noch ein guter Partner? Wenn ich mich nicht mehr so erotisch im Bett bewege, weil ich vielleicht zwei Kinder geboren habe und mich täglich 24h um sie kümmern muss, bin ich keine gute Partnerin mehr?

Immer wieder Handlungen zu Loben verbirgt Risiken: (es kann, es muss nicht!):

  1. Um meinem Partner zu gefallen und um Anerkennung von ihm zu bekommen, versuche ich, bewusst oder unbewusst, immer mehr diese Handlungen zu wiederholen; unabhängig davon, wer ich wirklich bin oder ob ich es wirklich will.
  2. Das kann dazu führen, dass ich mich unter Druck gesetzt fühle, immer mehr diese Handlungen durchzuführen. Ich bin nicht mehr der, der ich wirklich bin.
  3. Die Handlung ist hier wichtig, wer sie macht gerät in den Hintergrund. D.h. die Handlung könnten ja auch andere Frauen bzw. Männer durchführen. Somit kann ich mich als austauschbar wahrnehmen: es kann ein Nährboden für Eifersucht oder Misstrauen entstehen.

Gibt es nun einen Unterschied zwischen der privaten Partnerschaft und einer beruflichen Beziehung?

Es ist vergleichbar – nur: es ist intensiver und mit stärkeren Auswirkungen behaftet, weil die private Beziehung auf einer intimere und tieferen Ebene besteht.
Wenn die Anerkennung nur durch Loben ausgedrückt wird, wird der Wert des Partners weniger angesprochen. Sollte ein Partner sich z.B. sehr gefühlsmäßig intim geöffnet haben, und eine Wertschätzung findet nicht statt, war es das vielleicht das erste und das letzte mal. Die Chance wird so vertan, die Beziehung zu vertiefen und die Liebe zu verstärken. Die Beziehung bleibt oberflächlich. Wird diese Öffnung aber mit Wertschätzung gewürdigt, gibt es Sicherheit und Vertrauen.

Fazit:
1) Wenn wir uns bei der Anerkennung immer auf die Handlung beziehen, können wir die Chance verspielen, eine innige Beziehung zu führen.
2) Das bewusste Anwenden von wirkungsvoller Wertschätzung fördert das Vertrauen und verstärkt die Liebe.

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Wertschätzung im Beruf.

Klappt das auch mit dem Chef ????
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Schauen wir weiter:

In meinen Gesprächen mit Paaren höre ich sehr oft von einem der Partner: ich fühle mich von ihm/ihr nicht ernst genommen!
Da stellt sich die Frage: Wann fühlen wir uns nicht ernst genommen, oder respektiert? Wenn die Wertschätzung fehlt!!
Ich frage bei den Paaren dann nach, was schätzt Du an ihr/Ihm, dann kommen oft sehr schnell einige Punkte. D.h., die Wertschätzung ist eigentlich da.
Aber: es wird schlicht vergessen! Denn es ist ja so selbstverständlich! Denn was ich habe, schätze ich nicht mehr so sehr…… Die Gewöhnung schlägt zu!
Die Routine, der Alltag kommt ins Haus…. dazu das Handeln, das Organisieren des Zusammenlebens, das Funktionieren bekommt überhand!
Und ich höre von vielen Partner, die sagen gerade weil der Fokus nur noch auf dem Handeln liegt: „Wir haben uns auseinander gelebt.“

Daher mein nächstes Fazit:

Das Vergessen von Wertschätzung in privaten Beziehungen haben verheerendere Folgen als in beruflichen. Wird eine private Beziehung nur auf der Handlungsebene geführt und die tieferen Ebene vernachlässigt, besteht die Gefahr der Entfremdung.

Also meine Bitte: Vergesse nicht, Deinen Partner/in regelmäßig wert zu schätzen.
Schätze es, wie Dein Partner ist, was er für Dich bedeutet! Aber auch ein Danke für vielleicht tägliche Dinge, tun immer wieder gut!
So banal der Hinweis ist, genauso oft wird er vergessen!

Daher einige Fragen an Dich:

  • Wann hast Du deinem Partner/n das letzte mal gesagt, was Du an ihr/ ihm schätzt?
  • Wie zeigst Du Deine Wertschätzung?
  • Wie offen zeigst Du Deine Wertschätzung?
  • Wie oft zeigst Du Deine Wertschätzung?

Beginne wieder damit! Übe es! Es kann nie zu viel sein!
(Ich gehe immer von ehrlich gemeinter Wertschätzung aus. Also, wenn Du nichts zu wertschätzen siehst, dann erfinde nichts. Dies ist oft dann der Fall, wenn Du die Person nicht magst oder sie Dich verletzt hat. Auch wenn das so ist: jeder Mensch hat einen Wert, den man entdecken und wertschätzen kann. Der Wert ist dann nur verdeckt durch Abneigung oder Ärger. Wie Du eine Wertschätzung findest, die Du auch ehrlich aussprechen kannst, OHNE Dich zu verstellen, erfährst Du in Online-Trainingskurs “Wertschätzende Führung”.)

Aus beiden Fazits zusammen kann man ableiten:

Mittels wirkungsvoll Wertschätzung kann ich ganz bewusst für eine stabile Säule in meiner Partnerschaft sorgen.

 

Und somit haben wir eine Antwort auf die Frage, wie weit ich mich in einer Beziehung öffnen darf/soll: Gestalte eine wertschätzende Beziehung, bilde diese stabile Säule, dann gibst Du der Partnerschaft mehr Raum und mehr Sicherheit! Raum und Sicherheit, erzeugt dann das Maß, wie weit Du Dich von Dir aus öffnen willst und kannst.

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Zum Abschluss gehe ich darauf ein, was sich verändert, wenn ich mir vornehme, meinen Partner bewusst mehr wert zu schätzen:

  • Was ändert sich bei mir?
    • Ich erhalte eine positive Sichtweise, weil ich nach dem Wert meines Partners Ausschau halte.
    • Ich erkenne den Wert meines Partners.
    • Ich mache mir den Wert meines Partners immer wieder bewusst.
    • Wenn ich etwas wertvolles habe, dann umsorge ich es auch!
    • Wenn wir uns bewusst sind, dass wir einen Wert zu besitzen, dann erzeugt dies Dankbarkeit.
    • Ich strahle diese Dankbarkeit aus!
    • Nach dem Gesetzt der Anziehung sagt man: Was ich ausstrahle kommt auch zurück!
    • Wenn ich meinen Partner wertschätze, drücke ich damit auch aus: ich nehme ihn so an, wie er ist!
  • Was ändert sich beim Partner:
    • Er fühlt sich angenommen.
    • Das verstärkt die Verbindung, was wiederum Sicherheit erzeugt.
    • Sicherheit führt auch dazu, dass der Partner sich mehr öffnet.
    • Er kann so sein, wie er ist und wie er sich fühlt!

Du merkst: Wertschätzen ist schön! Wertschätzen tut gut!
Das war es schon wieder: Der zweite Teil zum Thema Wertschätzen.
Wenn ihr euch angewöhnt, Euren Partner regelmäßig wert zu schätzen, dann legt ihr einen wesentlichen Grundstein für Eure gelungene und erfüllte Beziehung!

Viel Spaß dabei!!!!